Weingarten schneiden

Rebschnitt2

Alfred Moritz und ich beim Wählen meiner Weinstöcke

Arbeit inklusive

Es ist bereits 11 Jahre her seitdem ich einem Rebstock das letzte Mal im Winter mit der Schere auf die Pelle gerückt bin. Puh die Zeit vergeht. Leicht nervös fahre ich mit Mann und Kind zu meinem Winzer, bei dem wir meine 20 Rebstöcke für 2016 „leasen“. Nach meiner Weinbau- und Kellermeister Prüfung 2008 wird das mein allererster eigener Wein. Natürlich habe ich alle Phasen des Weinmachens in meiner Arbeit am steirischen Weingut erlebt und vollzogen; aber so richtig mein komplett eigener Wein – das blieb aus.

Wieviele Augen

Wie war das jetzt nochmal? Viele Augen anschneiden, wenig Augen anschneiden….hmmm. Im Prinzip beruht der Rebschnitt auf einer simplen Logik. Das einzig Wichtige für diesen Arbeitsschritt ist das Wissen, um welche Rebsorte es sich handelt und auf was für einem Boden der Rebstock steht, und natürlich wie er beinander ist.

Jede Rebsorte hat ihre eigenen Eigenschaften bezüglich Wachstum und Stärken. Das wird besonders im Rebschnitt beachtet, denn dieser leitet das Vegetationsjahr ein. Hiermit lege ich als Winzer fest, wo es hingehen soll. Im besten Fall unterstütze ich die Rebe mit dem gewählten Rebschnitt bei einem möglichst ungehinderten, gradlinigen und kurzen Weg des  Saftes – das ist der Energydrink des Rebstocks für’s Grün und später natürlich für die Trauben.

Der Boden beeinflusst die Entscheidung in Hinblick auf den Wasserspeicher. Wird der Weinstock hinreichend, auch in sehr trockenen Wetterphasen versorgt?

Jeder Winzer hat da so seine eigene Formel. Beim Gang durch die Horitschoner Weingärten, die oftmals nach drei Reihen bereits den Besitzer wechseln, sind die individuellen Herangehensweisen deutlich sichtbar.

Ich entscheide mich für die Rebschnittart meines Weingarten Tutors – ein Strecker und evtl. noch ein Zapfen. Das heißt ein einjähriger Trieb wird mit circa 6 bis 8 Augen belassen. Aus den Augen wachsen die diesjährigen Triebe. Der Zapfen ist ein sehr kurzer Anschnitt eines weiteren einjährigen Holzes. Dieser bringt den Vorteil zum Beispiel zukünftig den Strecker wieder etwas weiter unten am alten Stamm anzusetzen, um der Rebe einen zu weiten Weg des Saftes zu sparen. Könnte man unter Energiesparmodus verbuchen 😉

Immer diese Nachbarn

Vor jedem Schnitt sehe ich mir rechts und links die Nachbarn an. Ist der Nachbar mikrig oder voller Stärke und Größe, fließt das in meine Entscheidung mit ein, welchen Trieb ich als Strecker wähle und wie lang ich ihn anschneide.

Also alles gaaaanz einfach und logisch, oder?

Nächster Weingartentermin: DAS BINDEN!

Rebschnitt2

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