Rebecca Bloginiva : Weinlese im Blaufränkischland

Eine Reiseblogger-Fortsetzungs-Geschichte  .  Kapitel 4

Mein lieber Besuch aus Deutschland hat bereits einige Abenteuer erlebt. Von Janett „Teilzeitreisender.de“ ins Flugzeug gesetzt, ging es von Düsseldorf  nach Wien. Mit Elena startete gleich der Vollzeit-Genuß im Waldviertel und in der Wachau. Gudrun aus Wien überraschte Rebecca mit einem Bulgarien Kurztrip. Vor einiger Zeit kam Sie zu mir ins Blaufränkischland. Hier erzählt Rebecca von reifen Trauben und Selbst-gemachtem aus meinem Garten.

Angekommen

Wie auf einem Tablett werde ich von Reiseblogger zu Reiseblogger weiter gereicht. Immer wieder ein erfrischendes Gefühl, sich nach kurzer Zeit gleich in das nächste Abenteuer zu stürzen.

Nach der wunderbaren Überraschung mit Gudrun und Ihren Bulgarien Plänen sitze ich nun gut gelaunt im Zug. Zwar gab es einen leichten Kälteeinbruch hier in Österreich, aber meine Laune lässt sich nun mal nicht trüben. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, das ich bei der Weinlese helfen darf. Selbst zu ernten was man später trinkt ist ein sehr guter Grund bereits vor zu lächeln.

Herbstliches Horitschon

Von Wien aus geht es nach Deutschkreutz, wo mich meine nächste Gastgeberin Anna bereits erwartet. Sie hat eine Rose in der Hand und kommt mir Freude strahlend entgegen. „Zur Begrüßung etwas aus meinem Garten“, sagt sie und drückt mir das tiefe Rot in die Hand. „Sie blühen immerzu und ich will sie gern bei mir haben, also nehme ich ab und an eine voll erblühte mit ins Auto für die Seele.“

Wir machen uns auf den Weg nach Weppersdorf, Annas eine Hälfte Ihres Heims wie sie sagt. „Die andere Hälfte ist die Vinothek. Zeig ich Dir alles. Erst mal gibt es was zu essen und dann geht’s an die Arbeit.“ Nach gefühlten zwei Kilo frisch geerntetem Kürbisgemüse könnte ich jetzt das Bett umarmen. Anna treibt mich aus dem Haus. Die Luft ist kühl und duftet bereits nach Herbst.

Waldgedanken

Wir spazieren ein paar Schritte durch den Ort, um am Ende in einen Waldweg einzubiegen. Verwunschen blicken die Bäume zu uns herunter.

Der Wald

Wie von selbst wird der Waldboden von farbenprächtigen Pilzen gesprenkelt, je weiter wir hineingehen. Jeden Moment könnte Rotkäppchen um die Ecke schlendern.

Fliegenpilze

Aber ich bin ja nicht zum Pilze sammeln gekommen. Wo ist denn bitte der Wein, oder vielmehr das wo er so dran hängt?

Heute sehe ich nichts mehr davon, denn wir beschließen den Abend mit bereits zu Wein gemachtem Traubensaft. Aus der kleinen privaten Schatzkammer fischt Anna einen Blaufränkisch hervor. „Zum warm werden!“, meint sie. „In die Sorte Blaufränkisch verliebt man sich. Nicht immer auf den ersten Blick, denn es gibt viele verschiedene Arten, aber wenn man sich verliebt, dann ist es für die Ewigkeit.“ Ein Leuchten tritt in ihre Augen und mir schmeckt’s schon mal. Jetzt aber schnell ins Land der Träume, denn morgen heißt es 6 Uhr Tagwache!

Lesezeit

Früh am Morgen ist es bitter kalt. Ich leihe mir lieber eine extra Jacke aus. Wir fahren direkt in die Schulgasse Nummer 1. Der Winzer Alfred Moritz begrüßt uns mit Handschuhen die wir, wie ich meine, gut gebrauchen können. Aufregung macht sich in mir breit. Hoffentlich erklärt man mir wie das Weinlesen geht. Ist ja nicht so als wäre nichts zu beachten.

Winzerweisheit

Schon geht es mit dem Traktor in den Weingarten. Mit einer Engelsgeduld steht Alfred neben mir und erzählt von seinen Rebstöcken als wären es seine Kinder. Man spricht natürlich von Reben-Erziehung. Die Weinrebe sollte immer den qualitativ besten Ertrag bringen. In manchen Jahren ist das nicht so einfach. Hier, in diesem kleinen Stück Weingarten gab es Hagel. Deshalb ist es um so wichtiger, die Beeren genau zu betrachten, bevor sie auf den Traktoranhänger gebettet werden.

Weintraube

Am Stock sehen sie ganz friedlich aus.

Ein Eimer voller Trauben

Und schon sind sie abgeschnitten.

Kämme

Wieder zurück am Weingut werden sie gleich von ihrem Stielgerüst getrennt. Man kann die Trauben jetzt förmlich riechen.

prüfender Blick

Ein prüfender Blick des Winzers. Die Trauben werden als gut befunden.

barba.rossa

Um so amüsierter ist mein Blick auf eine dekorative Flasche in der Küche des Bioweinguts. Sie erinnert an ein weltberühmtes Weingut in Europa. Wisst ihr welches? Wir werden natürlich noch fein von Rosa, Alfreds Mutter, mit burgenländischen Schmankerln verköstigt.

Quittenalarm

Nach einem intensiven Tag zwischen den Weinreben bin ich seelig mit der Natur im Einklang. So fühlt es sich zumindest an. Anna nimmt mich jetzt mit in ihre Vinothek und wir verkosten ein paar gute Tropfen. Wirklich herrlich in einer Weingegend zu wohnen.

Noch dazu mit einem eigenen Garten voller vieltragender Obstbäume. An den einen Baum mit den leuchtenden Früchten machen wir uns gleich mal ran. Kleine und große Quitten die ihren Duft im Haus versprühen.

Qitten

Der Baum an dem sie hängen biegt sich so sehr, man könnte meinen es brechen jeden Moment alle Äste ab. Wir befreien ihn von ein paar Kilo Früchten. Ein bisschen braun bepunktet sehen sie aus. Das war der Hagel im August. Wir schneiden die Stellen einfach raus.

Quittengelee

Ein leckerer Quittengelee entsteht, von dem ich mindestens ein Glas mitnehmen darf. Reiseproviant sozusagen 🙂

Schön war’s im Mittelburgenland! Mit einem Versprechen wieder vorbei zukommen geht meine Zeit hier dem Ende zu. Wir quatschen noch ein bisschen über das Reisen.

Anna bringt mich in aller Herrgottsfrüh , ihr erinnert Euch, meine Flüge gehen immer zu Nachtschlafender Zeit in die Luft, zum Wiener Flughafen Schwechat. Großartig, die Anzeigentafel zeigt bereits meinen Flug.

Mit einem kribbeln im Bauch, meiner sicher verpackten Zahnbürste, Pass, Quittengelee und einer gut eingepackten Flasche Blaufränkisch für meine nächste Reisebloggerin setze ich mich ins Flugzeug nach Barcelona. Nicole – die Freibeuterin – lockt mich in die Wärme Spaniens. Warum sie eine Freibeuterin ist und Nicole gerne Kulturen durch den Magen kennenlernt erfahrt ihr in meinem nächsten Abenteuer.

Vielen lieben Dank für Rebeccas Besuch. Es war ein ganz besonderes Erlebnis!

Ins Leben gerufen wurde Rebecca Bloginiva von Janett Schindler:
“Rebecca ist fiktiv – eine Romanfigur. Doch dieser ‘Roman’ ist etwas Besonderes. Er wird von Reisebloggern geschrieben. Wie ein Blogstöckchen wird er weitergegeben und am Ende hoffentlich wieder bei uns landen. Alle Kapitel werden wir hier verlinken und am Ende – mal schauen – gibt’s vielleicht sogar ein Buch. Ich hoffe ihr freut euch, genauso wie ich… Auf die Erlebnisse unserer Romanfigur. Los gehts!”
Alle bereits erlebten und zukünftigen Abenteuer sind bei Janett auf Teilzeitreisender.de

Fotos by Anna Zell

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5 Antworten zu “Rebecca Bloginiva : Weinlese im Blaufränkischland

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